Heraklion & Agios Nikolaos
2. Juli 2009 von Nikita
Am Dienstag, 30. Juni, bin ich sehr früh aufgestanden, zumindest für Urlaubsverhältnisse sehr früh: halb acht. Schnell zum Frühstück gerannt und dann sind wir ins Auto gestiegen und auf ging’s nach Heraklion. “Wir” sind übrigens Sali, Martin, Christoph (”Schlotti”) und ich. Die Fahrt dauert ungefähr 2,5 Stunden, obwohl es nur rund 160 km bis nach Heraklion sind. Die Griechen halten nicht viel von geraden Strecken, denn die Straßen um Berge und Täler gebaut. Der Osten Kretas ist eine faszinierende Berglandschaft.
Es existiert prinzipiell nur eine Route von einer Stadt zur nächsten (mit einer Ausnahme, von Agios Nikolaos gibt es eine “Old Route” und eine “New Route” nach Heraklion), sodass man sich ganz schön anstrengen muss um sich zu verfahren. Wir haben uns übrigens nicht verfahren. Im Gegenzug bietet die Landschaft eine fanstastische Szenerie. Hohe Berge, sanfte Täler und Hügel, Buchten, überall vereinzelte Häuser und Villen mitten in der Landschaft und Olivenbäume soweit das Auge reicht. Zwischendurch passiert man diverse Dörfer und Städte, wie z.B. Malia, eine von Engländern und Russen bevölkerte Party-Stadt in der Nähe von Heraklion. Einen Engländer erkennt man übrigens am freiem weißem Oberkörper und an den rot verbrannten Schulten.
In Heraklion angekommen, haben wir uns auf eine Shopping-Tour begeben. Fünf Stunden Hardcore-Extreme-Shopping, wir Jungs haben sogar unsere weibliche Begleitung überraschen können. Die Stadt bietet bekannte Geschäfte wie Zara und Bershka, teure Designerboutiquen und billige Ramschläden. Unglaublich viele Plagiate von insbesondere Gürteln und Portemonnaies werden dort vertrieben. So habe ich z.B. einen Armani-Gürtel für vier €uro gekauft; bin gespannt wie lange der hält. Den Unterschied zwischen einer Kopie und einer Originalkopie, den uns ein Verkäufer in einem Souvenir-Geschäft erklärt hat, habe ich aber nicht verstanden ;).
Nach dem Besuch in Heraklion haben wir uns auf den Rückweg gemacht und auf Schlottis Vorschlag in Agios Nikolaos Halt gemacht um dort zu essen. Wir haben uns ein sehr schönes Fischrestaurant direkt am Hafen ausgesucht. Für mich gab’s diesmal gegrillten Oktopus, der mir sehr lecker geschmeckt hat, und für die Anderen gab es Dorade, Schwertfisch und Moussaka! Vor kaum mehr als einem halben Jahr habe ich keinen Fisch gegessen und nun bin ich geradezu verrückt nach allem, was aus dem Meer kommt. Nach dem Essen gab eine kleine Überraschung: Unser Kellner uns eine griechische Spezialität zum Dessert, Rosinen in Honig. Wenn es eine Spezialität der Griechen gibt, dann sind es deren Süßigkeiten. Im Übrigen ist mir aufgefallen, dass auf Kreta essen gehen ziemlich günstig ist. Für 15€ kann man in einem Restaurant ein Getränk, eine Vorspeise und einen Hauptgang bestellen, ohne auf Qualität beim Essen zu verzichten und ohne einen billigen Imbiss besuchen zu müssen.
Im Anschluss haben wir uns in eine Bar gesetzt, die sich auf dem Dach eines vier-stöckigen Hauses befindet: Alexandros Roof Garden Cocktail Music Bar (Martin dazu: schonmal die richtigen Keywords). Es wurde eine sehr bunte Mischung an Musik gespielt, alles von den 60ern bis heute. Natürlich durfte Michael Jackson nicht fehlen, trotz seines traurigen Ablebens. Wir haben uns schnell mit einem spanischem Kellner, Alejandro, angefreundet. Er kommt aus Barcelona, hat Tourismus dort studiert. Wenn er nicht auf Kreta ist, arbeitet er in einem Hotel, wobei er im Marketing tätig ist. Alejandro hat uns die Visitenkarte des Hotels gegeben und direkt eingeladen dort ein Paar Tage zu verbringen (mit Freundschaftsbonus). In den Sommermonaten arbeitet er in dieser Bar auf Kreta. Nachdem wir unsere Cocktails getrunken hatten, hat Alejandro uns eine Runde Shots auf’s Haus ausgegeben, ja, das ist eine klasse Bar! Die Tanzfläche hinter uns musste nicht lange warten, sodass wir dann die “Bude gerockt” haben.
Von der wunderschönen Landschaft auf dem Rückweg nach Hause haben wir nicht mehr viel mitbekommen. Um drei Uhr nachts sieht man eben nicht viel.